Die Schweizer Wirtschaft verzeichnet das dritte Quartal in Folge einen Reputationszuwachs: Der Swiss Economy Reputation Index (SERX) stieg im 2. Quartal 2026 um +1.7 Indexpunkte und liegt neu bei 96.6 Punkten (Seite 5).
Zwar war die Themenlandschaft der Schweizer Wirtschaft auch in den letzten drei Monaten durch politische Ereignisse geprägt, welche für Unsicherheit sorgten, namentlich die Abstimmung über die Initiative gegen die Zehn-Millionen-Schweiz, der Handelskonflikt mit den USA oder der Iran-Krieg (Seite 6).
Demgegenüber stehen Berichte und Einschätzungen, welche – trotz unsicheren Perspektiven – das Bild einer erstaunlich robusten Entwicklung vermitteln, sowohl auf Ebene einzelner Unternehmen (viele Firmen vermochten mir ihren Bilanzzahlen zu überzeugen) wie auch mit Blick auf den Gesamtstandort: «Schweizer Arbeitsmarkt zeigt im unsicheren Umfeld noch kaum Risse» (cash.ch, 6.7.2026).
Auf Ebene der Einzelsektoren verbuchte die Luxusgüter- und Uhrenindustrie die grössten Reputationsgewinne (Seite 7). Hauptgrund für diese Positiventwicklung war die Berichterstattung über die von Swatch und Audemars Piguet lancierte Uhr «Royal Pop»: «Zusammenarbeit mit Audemars Piguet: Wie es Swatch erneut schafft, einen weltweiten Hype auszulösen» (TA, 18.5.2026). Das genannte Ereignis verhalf den beiden Unternehmen auch zu einem deutlichen Anstieg ihrer medialen Präsenz (Seite 9).
Der Sektor-Impact zeigt, welche Auswirkungen ein einzelner Sektor auf die Reputation der Schweizer Wirtschaft als Ganzes hat und ist damit ein valider Indikator für die effektive Reputation der einzelnen Sektoren in der Schweizer Öffentlichkeit.
Lesehilfe: Ohne den Sektor ‘Luxusgüter’ würde der Swiss Economy Reputation Index (aktuell 96.6) um 1.2 Indexpunkte tiefer ausfallen (linker Teil der Grafik). Der Impact dieses Sektors hat sich im Untersuchungszeitraum um +0.9 Indexpunkte verbessert (rechts).
Zu den Gewinnern zählen auch die Globalen Banken. Dabei kompensieren die Reputationsgewinne von UBS (Quartalsbericht, Aktien-Hoch) die Kontroverse um die im Visier von Leerverkäufern stehende Partners Group: «Le cauchemar d’Alfred Gantner: qui est l’homme qui parie contre Partners Group?» (Le Temps, 29.6.2026).
Ebenfalls verbessert haben sich der Nahrungsmittelsektor (Erholung nach Babymilchskandal) sowie die Maschinenindustrie. Letztere sieht sich zwar mit wettbewerbspolitischen Herausforderungen konfrontiert (Mercosur-Abkommen, EU-Stahlzölle), profitiert aber von einer erfreulichen Entwicklung: «Industrieunternehmen trotz Krieg noch optimistischer als vor Monatsfrist» (FuW, 4.5.2026).
Auf Seiten der Reputationsverlierer finden sich die Sektoren Verkehr und Detailhandel. Bei den Verkehrsunternehmen stellen technische Probleme und Störungen im Betriebsablauf regelmässig einen Anlass dar für negative Schlagzeilen. Im Detailhandel stand aufgrund ihrer Reorganisation lang v.a. die Migros im medialen Fokus; unterdessen werden aber auch andere Anbieter verstärkt gesellschaftlich in die Pflicht genommen: «Coop, Migros und Co. sollen auf Werbung für Süsses für Kinder verzichten» (Watson.ch, 17.5.26).
Trotz Rang zwei im Reputationsranking bleibt die Pharmabranche wegen der ungelösten Medikamentenpreisfrage und der unsicheren Standortperspektive unter medialem und politischem Rechtfertigungsdruck.
SERX – Swiss Economy Reputation Index 2. Quartal 2026
SERX – Swiss Economy Reputation Index
Der aus über 200 Unternehmen der Privatwirtschaft und staatsnahen Betrieben sowie Branchendiskursen gebildete Reputationsindex Schweizer Wirtschaft (SERX) zeigt auf konsolidierter Basis, wie sich die öffentliche Wahrnehmung der Schweizer Wirtschaft und ihrer zentralen Sektoren über die Zeit entwickelt. Aufgrund der sedimentierten Verrechnungsweise (Sedimented Reputation Index®) und der breiten, auf Tagesbasis ermittelten Bewertungsgrundlage (pro Tag werden auf sedimentierter Basis durchschnittlich rund 20’000 reputationsrelevante öffentliche Beiträge verrechnet) ist der SERX ein valider Indikator für die öffentliche Akzeptanz der Schweizer Wirtschaft und ihrer zentralen Sektoren.